Die Künstlerin aus Sinsheim arbeitet in ihren Installationen und Objekten viel mit Naturmaterialien wie Heu, Lehm, Wolle, Tierhaaren, Kirschkernen und bietet verblüffend neue und andere Sicht auf Natur, Alltagsdinge und scheinbar Vertrautes. Die Arbeitsweise und der Ideenkosmos von Elisabeth Kamps sind so subtil wie unkonventionell, lassen vom geistigen und gedanklichen Hintergrund vielleicht manchmal an Beuys denken.

Elisabeth Kamps holt vertraute alltägliche Dinge und Gegenstände aus ihrem gewohnten Umfeld und stellt sie in ganz neue Zusammenhänge. Das kann der Kleiderbügel sein, der mit lauter Rosinen gepolstert ist, das können die Besteckkästen sein, die sie mit Beutelchen aus Leinen, Leder und Samt füllt. Besonders anspielungsreich ist die Serie "Guten Morgen": eine Reihe von Objektkästen mit Teebeuteln, gefüllt mit Buchstabennudeln, und garniert mit Zeitungsausschnitten, auf denen Nachrichtenfetzen von Militäreinsätzen, Streitkräften, Mehrwertsteuer, Gesundheitswesen zu lesen sind - wie bei der Morgenlektüre am Frühstückstisch.

Roswitha Frey - Badische Zeitung - anlässlich der Ausstellung im Rheinfelder Kunstverein

Das künstlerische Denken von Elisabeth Kamps kreist vor allem um die ästhetische Erfahrung von Orten als Räumen. Diese haben, ob als eingerichtetes Zimmer oder als unsichtbare Abteilung einer Unendlichkeit, spezifische Atmosphären, spürbar, selten bewusst realisierbar. Sie durchdringen unmerklich die Menschen und bestimmen ihre Weisen des sinnlichen Wahrnehmens, der Vorstellung, des Denkens und Handelns. Mit ihren umfassenden Installationen greift Kamps in die Räume ihrer Welt ein und macht über den Prozess einer poetischen Transformation ihre atmosphärischen Qualitäten sichtbar und erfahrbar.

Dr. Bernhard Stumpfhaus 2009